Wiedereingliederung nach einem Hirnschlag

Ich erlitt im Juli 2024 einen Hirnschlag im Urlaub. Im Sommer 2025 startete ich das Aufbautraining im ZBA mit vier Tagen à zwei Stunden, was anfänglich für mich sehr streng war. Nach zweimaliger Verlängerung war ich insgesamt neun Monate im Aufbautraining. Nach dieser Zeit hatte ich ein stabiles 50-Prozent-Pensum erreicht, was mir eine dreimonatige berufliche und medizinische Abklärung ermöglichte. Weiter hoffe ich, dass ich im Rahmen einer weiteren beruflichen Massnahme ein Praktikum machen kann, bei dem ich vom ZBA begleitet werde. Anschliessend erhoffe ich mir, eine neue Herausforderung zu finden und anzutreten.

  • Was erzählen Sie einer aussenstehenden Person über Ihre Zeit im ZBA?
    Ich persönlich schätze es sehr, dass ich nach dem Ereignis für den Aufbau, die Abklärung und die Wiedereingliederung ins ZBA kommen konnte. Ich wusste, dass es hier Personen mit Erfahrung im Umgang mit Hirnverletzungen gibt. So wurde ich auch behandelt und mir wurde Schritt für Schritt erklärt, wie ich was angehen kann. Ich wurde sehr gut betreut und habe mich zu jeder Zeit sehr wohl gefühlt.
  • Welche einzigartigen Erfahrungen und Impulse aus der Zeit im ZBA haben Sie persönlich am stärksten geprägt?
    Ich habe im ZBA Dinge ausprobiert, die ich sonst nie gemacht hätte. Auch die Gruppenarbeiten mit anderen zusammen waren eine sehr tolle Erfahrung in meinem Leben.
  • Was davon nehmen Sie in Ihr zukünftiges Berufsleben mit und wie zeigt sich das konkret?
    Ich habe gemerkt, dass nicht alles schnell gehen muss und ich mir auch mal Zeit für etwas nehmen kann. Dabei habe ich festgestellt, dass wir nicht später ans Ziel gekommen sind.
  • Welche neuen Ressourcen und Stärken haben Sie bei sich nach Ihrem Ereignis entdeckt oder entwickelt?
    Man sollte sich Zeit für das nehmen, was man tut und Menschen nicht zu schnell beurteilen. Man sieht nur an die Menschen heran, nicht hinein. 
  • Was denken Sie, ist für Arbeitgeber in der Zusammenarbeit mit Menschen mit einer Hirnverletzung / neurologischer Erkrankung wichtig zu wissen?
    Aus meiner Sicht und Erfahrung ist es wichtig zu wissen, dass niemand das Gleiche hat. Jeder Mensch hat unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse. Das ist sicher schwierig für das Verständnis.
  • Was würden Sie Menschen, die kürzlich eine Hirnverletzung erlitten haben oder an einer neurologischen Erkrankung leiden, mit auf den Weg geben?
    Man sollte sich Zeit für den Heilungsprozess nehmen und immer nach vorne schauen. Auch wenn es eine schwierige Zeit ist, nie aufgeben, denn jeder Tag bringt Fortschritte und Verbesserungen. Anfangs sind die Schritte größer, später kleiner.
  • Hat Ihre neurologischer Erkrankung auch Auswirkungen auf Ihr Privatleben? Was hat sich verändert?
    Im Privatleben geht vieles wieder, aber alles dauert einfach länger. Ich brauche auch mehr Pausen, um mich auszuruhen und neue Energie zu tanken.